Unbekannte Ursachen (Idiopathische Infertilität)

Bei ca. einem Drittel unserer Patienten mit Einschränkungen der Fruchtbarkeit lassen sich keine erkennbaren Ursachen feststellen. Die Diagnose einer idiopathischen Infertilität stellt eine Ausschlussdiagnose dar und kann erst nach Überprüfung sämtlicher anderer möglicher Ursachen für eine Fruchtbarkeitsstörung gestellt werden. Dies beinhaltet vor allem auch die Kontrolle möglicher weiblicher Ursachen für den bislang unerfüllten Kinderwunsch im Rahmen der interdisziplinären Paarabklärung! Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht die Gruppe der Patienten mit (bisher) unbekannten Ursachen für die Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit, aus Patienten mit sehr unterschiedlichen Ursachen, welche mit den bisherigen diagnostischen Mitteln aber nicht zu unterscheiden sind. Die Aufklärung dieser Ursachen und gegebenfalls deren Therapie ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft der andrologischen Forschung,

Diagnostik

Definitionsgemäß ergeben sich bei Patienten mit Beeinträchtigungen unbekannter Ursache außer der verminderten Fruchtbarkeit anamnestisch keine Hinweise für die Ursachen der Fruchtbarkeitsstörungen. Die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung, Ultraschall der Hoden und Nebenhoden können Auffälligkeiten zeigen oder unauffällig sein. Gleiches gilt für die Ergebnisse der Samenuntersuchungen und der Hormonwertbestimmungen, welche unspezifische Veränderungen zeigen können, aber nicht müssen.

Therapie

Da die Ursache möglicher Einschränkungen der Samenwerte bei Patienten mit unbekannten Ursachen definitionsgemäß unbekannt ist, ergeben sich somit auch keine rationalen Ansätze für eine Therapie dieser Beeinträchtigungen.

Obwohl es sich bei den Patienten mit unbekannten Ursachen für die Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit vermutlich um ein Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Faktoren handelt, sind in der Vergangenheit eine Reihe von teils sehr fragwürdigen medikamentösen Therapie eingesetzt worden. Eine zusammenfassende Beurteilung dieser Therapie finden Sie unter Medikamentöse Therapien beim Mann.

Relevante Leitlinien / Literaturverweise

  • European Association of Urology. Guidelines on male infertility.2013.
  • Nieschlag, E., Behre, H. M., Nieschlag, S. Andrologie: Grundlagen und Klinik der reproduktiven Gesundheit des Mannes. 3. Auflage. Springer Verlag, Heidelberg. 2009